Größe ist relativ!

Keramikbären – kühn und verträumt!

 

Ein Bär, heißt es ja, hat keine Mimik. Und wer je einem gegenüberstand, wird sich sagen: Stimmt, da ist was dran. Aber was beweist das? Ich kenne viele Bären, bei denen das anders ist! Einige blicken ernst, kühn, forschend. Andere verträumt, schelmisch, keck. Manche lächeln sogar. Gut, es sind ganz besondere Bären: die Bären aus der Werkstatt „Kai Eckenbach Keramik“. Sie wiegen keine 900 Kilo, wie manche ihrer Artgenossen, halten keine Winterruhe und ziehen sich keine Robbe aufs Eis. Sie sind reglos, und sie sind aus Ton. Aber weniger lebendig sind sie darum nicht. Begonnen hat alles im Herbst vor zwei Jahren. Da sind die ersten modellierten Bären entstanden und zwar für Kinder, mit Geschirr kombiniert. Kai Eckenbach mag Bären - als gelernter Keramiker und Töpfer mag er es, Geschirr zu gestalten und generell skulptural zu arbeiten. Was lag da näher, als das Tier zu modellieren, das, wie James Krüss so unnachahmlich sagt, „keine Schranken kennt“? Nicht lange, da gab es auch für die Bären aus der Eckenbach-Werkstatt keine Schranken mehr. „Noch heute wundere ich mich manchmal selbst, wie schnell sich alles entwickelt hat: Plötzlich gab es ein kleines Universum von ihnen!“, erzählt Kai Eckenbach. Es entstanden Bären auf Schüsselrändern und auf Teelichthaltern, auf Kaffeetassen, Etageren, Seifenschalen und Spardosen, außerdem Bären mit Clownskragen oder Krone, mit Stern oder Angel, als Matrosen und als Engel. „The BeaR Company” war geboren. Und es gab noch etwas, was den emsigen Modelleur verwunderte: die Adressen, die er auf die Päckchen schrieb, waren aus Australien oder Kanada, Russland, Israel, Großbritannien oder China, Frankreich oder Tschechien. Die meisten der niedlichen Keramikbären werden allerdings in die USA verschickt. Ein Zufall vielleicht, aber das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und mit seinen Hunderttausend Braun- und Schwarzbären ist sicher keine schlechte Referenz für ein Tier, das keine Schranken kennt. „Jeder Bär ist ein Einzelstück. Möchte jemand zehn derselben Art, muss ich passen. Klar, manche meiner Bären ähneln einander, aber ich fertige nicht in Serie.“ Kai Eckenbach ist gerade dadurch bekannt, dass jedes Stück aus seinen Händen einzigartig ist. „Ich mag Klassisches, keinen Zeitgeist.“ Alles wird aus hochwertigen Materialien komplett von Hand modelliert, getöpfert und bemalt. Die Glasuren sind lebensmittelecht. Sonderanfertigungen dauern etwas länger. Zwei Wochen Trocknungszeit nach dem Formen, der erste Brand bei 500°, dann mehrere Schichten Glasur oder Engobe. Der zweite Brand folgt mit 1230°… und drei bis fünf Wochen später ist alles fertig. Mittlerweile entstehen übrigens nicht nur Bären, auch Elefanten und Hunde gesellen sich dazu. Viele Individuen sind sehr klein - manche haben Fingerlänge, manche messen eine Handspanne. „Größe misst sich ja nicht nur in Zentimetern - vor allem nicht die Größe der Kunst.“ Freuen Sie sich auf die Bären und Figuren aus der „Eckenbach-Werkstatt“ auf der Euro Teddy in Essen, 14.-15. Oktober 2017.

BärReport 3/2017